Allgemeine Informationen zum Bogensport




Wettkampfformate

nach den Regeln des Deutschen Schützenbundes (Sportordnung Teil 6)


18m Runde

720er Runde

900er Runde

1440er Runde

Finalrunden

Ligabetrieb


Ich möchte hier, auch für Bogenlaien, einen kleinen Einblick geben, wie Bogenwettkämpfe ablaufen und welche Wettkämpfe es gibt.

Allgemeiner Ablauf eines Wettkampfes

Alles, was so im Vorfeld eines Wettkampfes passiert, organisiert werden muss, etc.pp. lasse ich (erstein-)mal außen vor. Da gib es so einige Dinge, die bedacht und organisiert werden müssen. Und das ist dann auch abhängig davon, ob ein regulärer Wettkampf im Meisterschaftsprogramm, eine Scheibennadelturneir oder ein "Spaß"-Turnier nach eigenen Regeln durchgeführt wird.

Als Teilnehmer und Schütze sollte man rechtzeitig zum Bogenplatz kommen, damit man genug Zeit hat, seinen Bogen aufzubauen. In den meisten Fällen findet dann nach der Begrüßung die Bogenkontrolle statt. Diese wird durch den verantwortlichen Kampfrichter durchgeführt. Die Bogenkontrolle soll sicherstellen, dass sich alle Bogensportler an die gültigen Regeln bzgl. der Ausrüstung halten und sich keinen Vorteil gegenüber den Anderen verschaffen.

Damit nicht unkoordiniert jeder mal irgendwann ein paar Pfeile schießt etc. ist der Ablauf genau festgelegt. Dieser Ablauf dient nicht nur dem regelkonformen Schießablauf, sondern auch der Sicherheit. Schließlich diente unser Sportgerät seit -zig Tausenden von Jahren der Beschaffung von Nahrung als Jagdwaffe.

Das Teilnehmerfeld ist so eingeteilt, dass vier Schützen auf eine Scheibe schießen. Damit es auf der Schießlinie nicht so eng wird, ist jedem Schützen ein Buchstabe zugeteilt: A, B, C bzw. D. Es schießen immer A/B sowie C/D gleichzeitig. Damit stehen immer zwei Schützen auf der Schießlinie. Für die Schützen sind im Freien mind. 90cm und in der Halle mind. 80cm Platz vorgesehen.
Die Reihenfolge des Schießens wechselt hier mit jeder Passe. Also in der ersten Passe schießen erst A/B und dann C/D. In der zweiten Passe dann zuerst C/D und dann A/B usw.

Für jede Passe ist eine bestimmte Zeit festgelegt, für 6 Pfeile/Passe sind es 240sek., für 3 Pfeile/Passe sind es 120sek.
Jede Passe beginnt mit einem zweimaligen Pfeifen, die Schützen gehen an die Schießlinie. Dies ist die 10sekündige Vorbereitungszeit. Ein einmaliges Pfeifen signalisiert den Schießbeginn, die 240 bzw. 120sek. Schießzeit beginnen. Ist die Zeit abgelaufen erfolgt der Wechsel auf die zweite Gruppe (A/B --> C/D bzw. umgekehrt). Nach dem dreimaligen Pfeifen ist die Schießzeit beendet, das Ampelsignal zeigt "Rot" und die Schützen gehen alle zu ihren Scheiben, um die Pfeilwerte zu notieren.
Da sich vier Schützen an der Scheibe befinden, kann sich gut gegenseitig kontrolliert werden. Grundsätzlich sind Bogensportler ehrliche Sportler! Jeder Schütze sagt an, welche Ringe er getroffen hat. Dieses wird aufgeschrieben. Dabei kontrollieren sich alle gegenseitig, dass richtig angesagt und richtig gerechnet wird. Hier werden die einzelnen Pfeilwerte gleich zusammengerechnet und auch die vorangegangenen Passen gleich mit aufaddiert. (Also das kleine 1x1 bzw. 1+1 sollte man können)

Sollten sich die Schützen mal nicht einig sein, welchen Wert ein Pfeil hat, kommt es nicht, wie bei anderen Sportarten, zu einer Massenschlägerei, sondern der Kampfrichter wird hinzugezogen und dieser entscheidet final über den Wert. Auch hier wird der Kampfrichter nicht angegangen, weder verbal noch körperlich, wie es bei anderen Sportarten der Fall ist und diese "Sportler" eigentlich kein gutes Vorbild abgeben!!!
Sind alle Wertungspfeile geschossen, erfolgt die Auswertung und die Siegerehrung bzw. in bestimmten Fällen erst noch das Finalschießen. Dazu später mehr.

Turnierarten

Bogensport ist im Wettkampfbereich sehr vielfältig.

Es gibt da zum einen das Meisterschaftsprogramm. Hier geht es von der Vereinsmeisterschaft über die Kreis- zur Landesmeisterschaft und schlussendlich zur Deutschen Meisterschaft. Und das ganze im Bereich Target, Feldbogen, 3D und Bogenlaufen.
Hier sind die Schützen in der Regel als Einzelstarter unterwegs. Die DM Team und Mixed-Team findet ohne vorgeschaltete Meisterschaften statt.

Dann gibt es noch den Ligabetrieb --> Landesliga, Regionalliga, 2. Bundesliga, 1. Bundesliga. Hier tritt man als Mannschaft an, man gewinnt zusammen, man verliert zusammen.

Und dann noch die einzelnen Turniere, in der Regel initiiert von den einzelnen Vereinen. Diese Turniere können offizielle Turniere nach Sportordnung bzw. Regelwerk der World Archery sein oder auch Turniere nach eigenen Regeln.

Hallenturniere

18m Runde

nach oben

In der Winter = Hallensaison ist der Platz sehr begrenzt. Hier wird auf eine Entfernung von 18m (entspricht ca. 20 Yard) geschossen.
Die unterschiedlichen Bogenarten und Altersklassen werden mittels unterschiedlicher Auflagengrößen geregelt.
Es werden 2x 30 Pfeile (in Passen zu je 3 Pfeilen) geschossen. Für die 3 Pfeile hat man 120sek. Schießzeit zur Verfügung.

Auflagengrößen:

Altersklasse Alter Recurve Blankbogen Compound
Schüler C m/w bis 10 Jahre 10m; 80cm    
Schüler B m/w 11 - 12 Jahre 80cm    
Schüler A m/w 13 - 14 Jahre 60cm 60cm 60cm-Spot
Jugend m/w 15 - 17 Jahre 40cm 40cm Spot
Junioren m/w 18 - 20 Jahre Spot 40cm Spot
Damen/Herren 21 - 49 Jahre Spot 40cm Spot
Master m/w 50 - 65 Jahre Spot 40cm Spot
Senioren m/w ab 66 Jahre 40cm 40cm Spot

Das sind die Vorgaben entsprechend der SpO des DSB. Auf Landesebene können für Schüler B/C eigene Festlegungen getroffen werden.
Besonderheit bei Compound: Das "X" zählt als 10, die "10" zählt als 9.


Turniere im Freien

720er Runde

nach oben

Im Freien, also in der Sommersaison, werden 2x 36 Pfeile (in Passen zu je 6 Pfeilen) geschossen.
Die unterschiedlichen Bogenarten und Altersklassen werden mittels unterschiedlicher Entfernungen geregelt. Deshalb ist auch manchmal von der 70m-Runde, der 60m-Runde und der 50m-Runde Blankbogen bzw. Compound die Rede.

Entfernungen

Altersklasse Alter Recurve Blankbogen Compound
Schüler C m/w bis 10 Jahre 15m, 80cm
Schüler B m/w 11 - 12 Jahre 25m, 80cm
Schüler A m/w 13 - 14 Jahre 40m, 122cm 30m, 122cm 40m, 80cm-Spot
Jugend m/w 15 - 17 Jahre 60m, 122cm 50m, 122cm 50m, 80cm-Spot
Junioren m/w 18 - 20 Jahre 70m, 122cm 50m, 122cm 50m, 80cm-Spot
Damen/Herren 21 - 49 Jahre 70m, 122cm 50m, 122cm 50m, 80cm-Spot
Master m/w 50 - 65 Jahre 60m, 122cm 50m, 122cm 50m, 80cm-Spot
Senioren m/w ab 66 Jahre 50m, 122cm 50m, 122cm 50m, 80cm-Spot

Das sind die Vorgaben entsprechend der SpO des DSB. Auf Landesebene können für Schüler B/C eigene Festlegungen getroffen werden.

900er Runde

nach oben

Bei der 900er Runde werden 3x 30 Pfeile geschossen. Es werden je 30 Pfeile auf 60m, 50m und 40m auf eine 122cm-Auflage geschossen.

1440er Runde
In der 1440er Runde werden 4x 36 Pfeile auf 4 verschiedene Entfernungen geschossen. Die Entfernungen und Auflagen richten sich nach den Altersklassen:

Entfernungen:

90, 70, 50, 30m für Junioren und Herren
70, 60, 50, 30m für Jugend m, Master m, Juniorinnen und Damen
60, 50, 40, 30m für Jugend w und Master w

Auflagen:

122cm-Auflage: 90, 70, 60 sowie 50m für Jugend und Master w
80cm-Auflage: 50 (außer Jugend und Master w), 40, 30m (hier kann auch der 80er-Spot verwendet werden)

Finalrunde

nach oben

Die Finalrunden sind kein eigener Wettkampf. Bei den Deutschen Meisterschaften werden die Deustchen Meister nicht nach der Rangfolge der erreichten Ringe ermittelt, sondern die besten 16 Schützen treten dann gegeneinander im Satzsystem gegeneinander an. Auf Landesebene ist es freigestellt, ob Finalrunden durchgeführt werden. Hier geht es dann 1 gegen 1 um den Einzug in die nächste Runde.

Finalrunden Recurve:
Es werden im Satzsystem "Best of Five" geschossen. In jedem Satz schießt jeder Schütze 3 Pfeile in 120sek. Wer mehr Ringe hat, hat den Satz gewonnen und bekommt 2 Satzpunkte. Bei Ringgleichheit bekommt jeder 1 Satzpunkt. Das Match gewonnen hat, wer 6 Satzpunkte erreicht; nach maximal 5 Sätzen. Gibt es einen Gleichstand an Satzpunkten, also 5:5, gibt es ein Stechen mit einem Pfeil. Der höhere Wert gewinnt, bei Ringgleichheit gewinnt, wessen Pfeil näher am Zentrum ist.

Finalrunden Compound:
Es werden 5 Sätze a 3 Pfeile in je 120sek. geschossen. Die erreichten Ringe werden aufaddiert. Wer nach 5 Sätzen mehr Ringe hat, gewinnt.
Bei Ringgleichheit gibt es ein Stechen mit einem Pfeil. Der höhere Wert gewinnt, bei Ringgleichheit gewinnt, wessen Pfeil näher am Zentrum ist.

Liga

nach oben

Der Ligabetrieb findet in der Hallensaison von November bis Februar statt.
Es gibt hier die 1. Bundesliga Nord und Süd, 2. Bundesliga Nord und Süd, 5 Regionalligen, die Landesligen und je nach Größe der Landesverbände noch weitere untergordnete Ligaebenen.
Es finden 4 Wettkampftage in der Liga statt. Hier treffen alle Mannschaften der jeweiligen Liga aufeinander. Jeder schießt gegen Jeden ein Match. In jeder Liga gibt es 8 Mannschaften, somit stehen jedesmal 7 Matches an.
Geschossen werden als Mannschaft (3 Schützen) 6 Pfeile, jeder Schütze also 2 Pfeile. Dafür hat die Mannschaft 120sek. Zeit. Da die Liga in der Hallensaison stattfindet, wird auf die 3er-Spots in 18m Entfernung geschossen; unterhalb der Landesliga kann auch auf 40er Auflagen geschossen werden.
Die Wertung der Sätze erfolgt wie bei den Finalrunden Recurve, also "Best of Five", mit der Änderung, dass ein Match nicht gewonnen werden muss. Steht es nach 5 Sätzen 5:5, werden die 2 Matchpunkte geteilt. Für jedes gewonnene Match gibt es 2 Matchpunkte. Die gewonnenen Matchpunkte bilden dann die Tabelle der Liga. Der Erstplatzierte nach Ablauf der Saison kann in die nächsthöhere Liga aufsteigen.

Bundesligafinale:
Eine Besonderheit gibt es in der 1. Bundesliga. Da die 1. Bundesliga in Nord und Süd geteilt ist, stellt sich die Frage nach dem Deutschen Meister. Um diesen zu ermitteln gibt es meist Ende Februar das Bundesligafinale. Hier treffen sich die 4 besten Mannschaften aus Süd und Nord. Und wieder wird im altbekannten Satzsystem der Deutsche Meister an einem Tag ermittelt. Das ist nicht nur für die Teilnehmer aufregend, auch die mitgereisten Fans fiebern mit jedem Pfeil mit und das Ganze ist oft hochdramatisch.